Ahoi

Ahoi

Fasching

Marn hol fast, das ist der Ruf der Narren in Marne. Wer denkt, Karneval ist nur etwas für Katholiken, hat falsch gedacht. Auch bei uns im Norden treibt man es bunt und man lässt es krachen. Am bekanntesten sind unter anderem der Ossensamstag in Osnabrück, der Umzug in Damme und natürlich der Umzug in Marne.

Die Einen lieben den Karneval, die Anderen nicht. Was halte ich davon? Meiner Meinung nach wissen von zehn befragten Besuchern neun nicht einmal, was gefeiert wird. Ich werde ein bisschen Licht in die Sache bringen und will euch den Karneval erklären. Heute, am 11.11 und um 11:11 Uhr. Das die Zahl 11 am Karneval eine Bedeutung hat, ist nicht weit hergeholt. Allerdings ist nicht genau geklärt, wo diese Zahl herkommt. Im Mittelalter stand die Zahl für Jux und Narretei, im christlichen Glaube für Sünde. Gefestigt hat sich die Zahl, seit es den sogennanten „Elfer-Rat“ gibt. Er bildet das Organisationskomitee beziehungsweise das Parlament des Narreinreichs im Karneval. Man sieht diese Führungsregie während der Veranstaltung stets auf der Bühne sitzen. Der Rat setzt sich aus den verschiedenen Vereinsvorsitzenden zusammen, diese haben einen festen Platz im Elfer-Rat. Ebenso könnt ihr prominente und beliebte Personen im Rat sitzen sehen. Nicht gewünscht sind Leute, die sich in den Rat eingekauft haben.

Für den Karneval gibt es zwei verschiedene Ursprungstheorien. Wenn du ein Kenner bist, freue ich mich sehr, wenn du einen Kommentar hinterlässt und deine Theorie befürworten würdest.

Eine Theorie und auch die bekannteste ist, dass die christliche Fastenzeit als Ursprung gilt. Der Karneval leitet der Theorie nach eine lange Fastenzeit ein, die vom Aschermittwoch bis zu Ostern andauert. Deshalb feiert man den Karneval ausgiebig. Reichhaltig Getränke und fettiges Essen gehören einfach dazu. Man lässt vor dem Fasten noch einmal richtig „die Sau raus“. Gestützt wird die Theorie ganz einfach, wenn man das Wort Karneval genauer anschaut. Im Lateinischen bedeutet „Carne Vale“ soviel wie „Fleisch, lebe wohl“. Das ist für mich eindeutig genug. Daher schließe ich mich auch dieser Theorie an und bin der Meinung, dass der Karneval dafür da ist. Trotzdem möchte ich dir nichts vorenthalten und stelle dir auch andere bekannte Theorien vor, die viele Leute vertreten.

Die andere Wurzel ist tatsächlich noch um einiges älter. Im alten Rom gab es eine Festlichkeit, bei der die Rollen der Bewohner getauscht waren. Die Gesellschaftsschichten wurden getauscht. Die reichen Leute mussten ihre Sklaven bedienen und auch Dienern war es erlaubt Witze zu reisen. Diese Tradition ist bis heute noch erhalten. Das Rathaus wird erobert und der Bürgermeister gestürzt. Außerdem gibt es in manchen Städten die Möglichkeit, auf einer Bühne über bekannte Politiker oder auch einfach nur einen verfeindeten Bürger aus der Nachbarstadt Witze zu reisen. Es ist die Möglichkeit geboten, mit allem abzurechnen was einen stört.

Die dritte Theorie beruht auf dem Glauben der alten Germanen. Sie glaubten an Dämonen, welche die Ernte verderben können und schlechtes bewirken. Jeden Frühling feierten sie also ein Fest, bei dem die bösen Wintergeister vertrieben werden sollten. Dazu zogen sie sich Masken auf und machten mit allem Krach, was sie nur zur Verfügung hatten. Der katholischen Kirche war dieses Fest ein Dorn im Auge und sie versuchte das Fest abzuschaffen. Damit hatten sie im Mittelalter allerdings keinen Erfolg und aus dem Frühlingsfest wurde die Fastnacht. Statt bösen Geistern musste man von nun an den Teufel vertreiben.

Durch die Kirche wurde das Fest durch ganz Europa verbreitet und der Karneval wird auch heute noch in anderen Ländern Europas gefeiert.

Hexen und Teufel

Übrigens, die Idee des bekannten Rosenmontag-Umzugs stammt aus Köln. Sie versuchten das damalige wilde Durcheinander dadurch unter Kontrolle zu bekommen. Ob das gelungen ist, stelle ich jetzt mal so in Frage.

Wenn du an den Anfang zurückspringst, kannst du den Narrenruf aus Marne lesen. Wenn du ein Faschingsbesucher bist, sind dir diese Rufe bestimmt schon einmal aufgefallen. Damit begrüßen sich die Narren und Jecken. Jecken sind einfach Besucher des Karnevals, welche nicht in einem Verein sind oder teilnehmen.

Drei bekannte Rufe in Schleswig-Holstein sind:

  • Moorrege Ahoi – Ruf der Narren in Moorege
  • Schnakenbek Alaaf – Ruf der Narren in Schnakenbeke
  • Marn hol fast – Ruf der Narren in Marne

 

Ich glaube auch in gewisser Art und Weise, dass der Fasching keinen eindeutigen Ursprung hat. Irgendwie wird alles in das heutige Fest mit eingewirkt haben und hat somit den Karneval geprägt. Wie du siehst, verstehe ich den Hintergrund hinter den Umzügen einigermaßen. Leider wissen sehr viele heute nicht einmal mehr irgendwas über den Umzug und die Herkunft. Ich werde einen Umzug mittags gerne anschauen und auch etwas verfolgen, doch ein wirklicher Freund bin ich nicht mehr. Der Karneval ist für viele einfach nur noch ein Tag, an dem man total über die Stränge schlagen kann. Und das, ohne überhaupt nur etwas über die Umzüge zu wissen. Der Lärm ist zudem unerträglich. Ich kann davon berichten, denn ein Freund von mir wohnt in der Nähe einer Umzugsstraße. Während den Umzügen und den Feiern kann man dort keine ruhige Sekunde verbringen. Gerade deswegen ist der Fasching auch eines der Feste, bei denen die Bevölkerung zwiegespalten ist. Wenn man die Herkunft aber begreift, ist es in Ordnung, auch mal seiner Freude vollen Lauf zu lassen und sein Leben zu genießen.

 

Wirst du einen Faschingsumzug besuchen und was hältst du von Fasching?

Bis bald…

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